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#1 | Liebes Tagebuch …

20. November 2020

Liebes Tagebuch …

… da ist zeitweise mal der Pause-Knopf der Welt gedrückt und trotzdem kriegt man nicht so richtig was auf die Kette. Wobei – ein bisschen was ist schon passiert, daher gibt es hier ein kleines Lebenszeichen.

Seit März bin auch ich permanent im „WHAT THE F*CK IS HAPPENING?!“-Modus. Die ständige Frage ping-pongt in meinem Kopf, wie es mit meinem Job weitergeht und wie es gesundheitlich um die Liebsten und mich selbst bestellt ist, sollte man sich das mit dem großen C einfangen.

Eigentlich hatte ich große Pläne für dieses Jahr, die musste ich dann aber wieder zurück in ihren Schrank sperren. Vielleicht gucke ich da 2021 noch einmal rein.

Und trotzdem ist ein bisschen was passiert: Ich habe im Sommer den Umzug hinter mich gebracht, der eigentlich schon für 2018/2019 geplant war und alter Verwalter, hatten wir ein Glück mit der Wohnungssuche in Hamburg! Wir haben nun eine wirklich schöne, erste gemeinsame Wohnung gefunden und das auch noch in super Lage (ich habe eine Bibliothek vor der Tür, spontan fällt mir nichts ein, was das toppen könnte). Und dass man so eine Wohnungssuche mit Umzug auch nicht mal eben nebenbei macht, darf ich manchmal nicht vergessen bei der Frage, was ich in diesem Jahr eigentlich gemacht habe.

Positiv denken und sich selbst bei Laune zu halten, ist zurzeit ja total wichtig. Daher verrate ich dir jetzt mal, was mich gerade durch diese komische Zeit rettet, liebes Tagebuch:

 

  • Bücher
Meine Leseecke
Meine Leseecke

Zu Anfang der Pandemie-Zeit habe ich kaum gelesen. Ich konnte mich einfach auf nichts konzentrieren. Nach dem Umzug habe ich mir dann endlich meine eigene kleine Leseecke eingerichtet mit dem Lesesessel aus dunklem Samt, von dem ich schon so lange geträumt habe und seitdem verliere ich mich wieder regelrecht in Büchern. Und es tut soooo gut!

Mein YouTube ist seit Monaten fest im Griff sämtlicher Booktuber*innen, ich habe an Halloween-Leserunden teilgenommen und nun auch endlich einen Ausweis für die Bibliothek (in die ich, siehe oben, quasi direkt falle, wenn ich aus dem Haus gehe). Zuletzt bin ich übrigens in der Welt der drei Musketiere verloren gegangen. Ach, ich liebe Bücher.

 

  • Dankbarkeitstagebuch

Ja, liebes Tagebuch, ich weiß, das klingt erst einmal nach Konkurrenz für dich und dann auch irgendwie esoterisch oder so. Aber es wirklich hilfreich und ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Ich führe das Dankbarkeitstagebuch von kurzgesagt, aber natürlich geht das auch ohne feste Vorlage, je nachdem, wie man es lieber hat. Im Internet gibt’s viele verschiedene Ansätze.

Grundgedanke ist: Alle paar Tage (gar nicht täglich, das soll gar nicht so viel bringen) nimmt man es zur Hand und schreibt rein, wofür man dankbar ist. Entweder für gute Dinge, die an dem Tag passiert sind, für Menschen, die man im Leben hat oder einfach auch sowas wie: Schokolade. Sich ganz bewusst klar zu machen, wie vieles im Leben glücklich macht, ist der ultimative Gute-Laune-Garant.

 

  • Wohnen

Eins meiner größten Hobbys war schon immer das Wohnen. Also haben wir nach dem Umzug versucht, möglichst schnell alles möglichst gemütlich hinzukriegen. Jetzt, wo wir so viel Zeit zuhause verbringen, ist das echt noch wichtiger als sowieso schon und ich bin so dankbar, dass ich mich hier immer noch richtig wohl fühle. Dieses Gefühl, endlich zum ersten Mal so richtig angekommen zu sein, ist ziemlich großartig. Das Allerbeste sowieso: Ich bin nun von einer 1-Zimmer-Wohnung in eine mit drei Zimmern gezogen und das heißt, dass wir sogar ein Arbeitszimmer haben. Es ist der größte Luxus, hier abends die Tür hinter sich schließen zu können. (Und mehr Platz für Bücherregale gibt’s auch! Ehem.)

 

  • Online-Events

Hallo, können wir das bitte auch Post-Pandemie beibehalten? Da in diesem Jahr das WGT in Leipzig nicht stattfinden konnte, gab es einen virtuellen Ableger. Also konnte man einfach im (mit Patchouli besprühten, fürs Feeling!) Schlafanzug zuhause bleiben, Konzerte angucken und Lesungen lauschen. Solche Veranstaltungen kamen dann noch ein paar Mal, sogar die Lange Nacht des Yoga habe ich online mitgemacht und im Oktober war ich auf einem Online-Konzert von Electric Six, was erstaunlich toll war!

 

  • Animal Crossing

Als das Spiel für die Switch angekündigt wurde und um mich herum ein großer Hype ausbrach, ließ mich das total kalt. Aber als dann der März mit seinen Kontaktbeschränkungen kam, es klar war, dass ich meinen Partner, meine Freund*innen und meine Familie jetzt erst einmal nicht so viel sehen würde, war es wie die beste Medizin! In Animal Crossing geht es auf die eigene kleine Insel, die wir gestalten können, neue Leute ziehen dazu und das allergrößte Drama ist, wenn man beim Bäumeschütteln von Wespen gestochen wird. Totaler Eskapismus!

Da ziemlich viele aus meinem Freundeskreis ebenfalls Animal Crossing spielten, waren wir im Spiel immer wieder zu Besuch auf den Inseln der anderen und schickten uns per Animal-Crossing-Post kleine Geschenke. Was hätte ich nur ohne dieses Spiel gemacht? Ich nehme es auch heute noch fast täglich zur Hand.

 

  • Yoga

Das ist hier im Blog ja auch nichts Neues, aber Yoga tut (mir) einfach so gut. Der größte Vorteil am Homeoffice ist, dass ich so auch mal 20 Minuten in der Mittagspause schaffe. Ohne wäre ich vermutlich schon lange durchgedreht.

 

  • Meine Hexenküche

Nee, ich koche nicht gerne. In meiner alten Wohnung hatte ich nur so eine Mini-Küche, wie das bei kleinen Wohnungen halt meistens so ist und gebacken habe ich dort nie, gekocht nur soweit es nötig war. Hier jetzt backe ich zurzeit zweimal in der Woche Brot und wir testen nun sogar Gemüsekisten-Abos, um immer frisches, regionales Obst und Gemüse im Haus zu haben. Und dann wird geguckt, was wir daraus zaubern. Ich genieße das so sehr gerade!

 

  • Ambience-Videos

Ja ich weiß, ich habe schon einen ganzen Post zu diesem Thema gemacht, aber ich kann es hier halt nicht einfach unter den Tisch fallen lassen: Während ich diese Zeilen hier schreibe, sitze ich gedanklich in einem Rainy Night Book Café Coffee Shop. Ambience-Video an, Alltag aus. Wenn wir schon nicht in Cafés oder entspannt in den Buchladen gehen können, hole ich das einfach nach Hause. Ich liebe es!

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Liebes Tagebuch, so versuche ich jetzt gerade durch die Zeit zu kommen und mich darauf einzulassen, was als nächstes passiert. Dafür habe ich nun auch meine Social-Media-Kanäle verbannt. Der Grat zwischen „im Austausch mit lieben Leuten bleiben“ und „HÖREN DIESE SCHLIMMEN NACHRICHTEN DENN NIE AUF?!?“ war sehr schmal. Daher hab ich mir jetzt eine Pause gegönnt. Tut gut!

Ja. Da war ja auch noch das mit dem No-Buy-Year. Ich wollte in diesem Jahr kein Geld ausgeben, es sei denn es ist für die neue Wohnung oder notwendig fürs Leben. Lass uns das einfach vergessen bitte, okay?

Wobei es Anfang des Jahres echt richtig gut lief. Aber im März ging es schon damit los, dass die Buchmesse ausfiel und mein Herz blutete für so viele Selbstständige, denen dadurch eine riesengroße Einnahmequelle wegbrach. Also hab ich mich am #Bücherhamstern beteiligt, kleine Verlage unterstützt und zum Beispiel bei der wundervollen Fuchskind* bestellt. Außerdem hatte der kleine Buchladen um die Ecke Probleme, als alles komplett geschlossen werden musste. Also ging auch die eine oder andere Bestellung dort hin; ebenso zum ganz frischen Grufti-Laden* der Stadt; auch mein geliebter Parfum-Shop Parfume Noire*, dem sämtliche Festivaleinnahmen weggebrochen sind, musste in dieser Zeit bedacht werden … und an dieser Stelle kommt ein ganz bewusstes: und so weiter.

Mal sehen, was das neue Jahr so bringen wird. 2020 habe ich für mich erst einmal abgehakt. Aber das ist jetzt auch einfach mal okay.

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Kommt gut durch diese spezielle Zeit und passt auf euch auf. <3

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*Vollkommen unbeauftragte Werbung, aber uneingeschränkte Empfehlung von meiner Seite, weil ich so gerne möchte, dass diese kleinen Unternehmen weiterleben können.

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