Mischmasch | Tagebuch

30 Days of Yoga – mein Fazit

2. Februar 2020

Ich habe meine lieben Twitter-Follower*innen im Januar ordentlich mit dem Thema Yoga zugetextet: Mein Jahr 2020 startete nämlich mit eine Yoga-Challenge (die übrigens eigentlich eher „Reise“ als „Challenge“ genannt wird, aber das klingt mir schon fast zu esoterisch). Yoga-Lehrerin Adriene Mishler, die zu den Yoga-Gurus auf YouTube zählt, veranstaltet diese Reise seit einigen Jahren immer im Januar. Und da ich seit gut einem Jahr regelmäßig Yoga mache, wollte ich dieses Mal unbedingt teilnehmen. Jetzt muss ich dazu direkt einiges loswerden.

Yoga with Adriene und ich

Adriene Mishler ist eine Yogalehrerin aus Texas und lädt regelmäßig jeden Sonntag ein kostenloses Yogavideo auf YouTube hoch. Das ist alles kostenlos und rund um die Uhr verfügbar. Es gibt anspruchsvolle Sessions, lange Sessions, kurze für die Pause, entspannende fürs Schlafengehen, … und dazu  gibt es jeden Sonntag eine Mail zum neuen Video, wenn man sich für den Newsletter einträgt. Und was soll ich sagen: Ich liebe Adriene und bin so froh, dass mir ihre Videos empfohlen wurden.

Ich habe Ende 2018 gemerkt, dass ich einfach mehr Bewegung in meinem Leben brauche. Ich habe Fitnesscenter gegoogelt (uff, alle sehr teuer, und habe ich echt nach der Arbeit noch Lust, da hin zu gehen? Die Wochenenden fallen bei mir meistens weg, weil ich dann entweder unterwegs bin oder Besuch habe und unter der Woche wird das echt schwer, Zeit zu finden), habe dann überlegt, wieder joggen zu gehen (nopey nope!) und mich letztlich nach Sportkursen umgesehen.

Dabei bin ich ziemlich schnell wieder aufs Yoga gekommen. Das habe ich als Teenager zu Hause gemacht, war sogar mal mit einer Freundin auf einem Yoga-Kongress im Yoga-Vidya-Center (das muss circa 2004 gewesen sein) und während meines Studiums in England habe ich dort an der Uni den Yoga-Kurs besucht. Ich fand das immer großartig, habe aber irgendwann irgendwie damit aufgehört. Ich fing also an, nach Yoga-Kursen in Hamburg zu googeln. Und auch da kam wieder die Frage: Schaffe ich das nach der Arbeit? Hab ich Lust, das mit so vielen anderen Menschen zusammen zu machen? Bis ich merkte: Hey, es gibt auch Yoga-Kurse online und weil ich die Grundkenntnisse ja noch hatte, wäre das ja vielleicht ein guter Wiedereinstieg.

Ich habe dann in einige Online-Kurse reingesehen, blieb aber bei Yoga with Adriene hängen. Adriene war mir so sympathisch, ich so verliebt in ihren Hund Benji und ich musste immer wieder bei ihren Kursen so lachen, dass ein Hauptgrund für mich war, warum ich dabei blieb: Ich wollte Yoga mit Adriene machen und mehr von ihren Videos sehen. Und zack, habe ich es plötzlich sehr regelmäßig geschafft. Ich weiß zumindest nicht, ob das auch ohne sie geklappt hätte.

30 Days of Yoga

Seit einigen Jahren startet Adriene immer am 1. Januar die „30 Days of Yoga“ – jeden Tag wird ein neues Video hochgeladen und wenn man möchte, kann man täglich mitmachen. Dazu steht jede dieser „Reisen“ unter einem Motto. 2020 war das „Home“. Natürlich muss man nicht täglich mitmachen, die Videos sind schließlich für alle verfügbar immer online, alle können im eigenen Tempo mitmachen und das finde ich großartig. Wer übrigens von der Januar-Challenge nicht genug bekommen kann, für die hat Adriene jeden Monat einen neuen Kalender: Da gibt es dann nicht täglich ein neues Video, aber sie empfiehlt für jeden Tag ein Video aus ihrem Archiv.

Ob die Reisen für Anfänger*innen geeignet sind, kann ich übrigens so pauschal gar nicht einschätzen. Ich persönlich denke, dass es nicht so schlecht ist, vorab schon einmal in einem „richtigen“ Yogakurs vorbeigeschaut zu haben, damit man ein bisschen das Gefühl bekommt, worauf es ankommt. Andererseits finde ich, dass gerade Adriene viele Dinge sehr gut erklärt: Worauf ist zu achten, wie sollte man atmen, und so weiter. Aber letztlich müssen alle für sich gucken, welche Vorerkrankungen man eventuell mitbringt und welche Übungen man lieber abwandeln sollte, und ich denke das geht nur mit Yogalehrer*innen vor Ort. Immer gilt bei Adriene: Find what feels good. Wenn etwas weh tut, dann sollte man es bleiben lassen.

Empfehlen kann ich übrigens Adrienes Videos zu Grundhaltungen sehr, wo einmal alles in Ruhe erklärt wird, was in den Sessions dann vorausgesetzt wird. Und es gibt natürlich Videos für Complete Beginners, mit denen man gut starten kann.

Meine 30 Days of Yoga-Reise

Ich hatte im letzten Jahr schon zweimal die 30 Days mitgemacht, aber dazu hatte ich mir alte Challenges rausgesucht (gestartet habe ich mit der ersten von 2015). Ich habe einfach angefangen und in meinem Tempo teilgenommen. Die 30 Tage wurden dann gerne auch 80, weil ich es nicht täglich geschafft hatte. Dieses Mal war das Besondere, dass es „live“ war und ich jeden Tag auf Twitter, Instagram und eben YouTube verfolgen konnte, wie andere auf der ganzen Welt ebenfalls dabei sind. Das hat unglaublich motiviert! Ich habe insgesamt drei Tage lang nicht teilgenommen (einmal war ich krank, einmal hatte ich einfach keine Zeit, und einmal hatte ich einfach absolut keine Lust), hab die Sessions dann aber am nächsten Tag einfach mitgemacht. Das ging gut, weil alle so circa 20 Minuten lang sind.

Vorteil außerdem an der Challenge: Ich habe gar nicht groß darüber nachgedacht, ob ich gerade Lust auf Yoga habe, sondern habe es einfach gemacht. Plötzlich gehörte es zum Tag mit dazu, wie das Duschen oder Geschirrspülen, und es fiel mir immer leichter, meine Yoga-Einheit unterzubringen. Und tadaa: Ich habe tatsächlich diese Challenge in 30 Tagen beendet und bin echt ein bisschen stolz!

Und was hat es mir gebracht?

Ich bin im letzten Jahr zu so einer Art von Mensch mutiert, der in so ziemlich jedem zweiten Halbsatz sagt: „Yoga hat mir da echt geholfen!“. Ich möchte gar nicht wissen, wie sehr ich damit schon allen auf die Nerven gehe, aber es ist so wahr: Es geht mir soo viel besser, seitdem ich regelmäßig Yoga mache und es nun jeden Tag zu machen, hat mir das noch einmal verdeutlicht. So gut wie im Januar ging es mir schon lange nicht mehr.

Ich habe seitdem ich mich erinnern kann immer wieder schlimme Schulter- und Nackenverspannungen, gerade wenn die Tage stressig sind oder ich viel am PC arbeite (also so jeden Tag acht Stunden, weil das mein Job ist). Besonders schlimm ist es, wenn ich viel unterwegs bin, keine Ahnung warum. Ich habe sogar einmal beim Ausziehen mein Lieblingsshirt zerrissen, weil ich einfach abends meine Arme nicht mehr heben konnte, so verspannt war ich manchmal. Und das ist fast komplett weg, seitdem ich regelmäßig Yoga mache und meine Muskulatur dehne und entspanne. Besonders cool: Inzwischen merke ich oft sogar, wenn es wieder schlimmer wird und wann und wie ich gegensteuern muss. Ich bin einfach so glücklich, diese Lösung für mich gefunden zu haben! Zumal diese Verspannungen in der Regel auch mit Kopfschmerzen und Migräne einhergehen, die ebenfalls nicht komplett weg sind, aber die Häufigkeit hat sich deutlich verringert.

Was macht es noch? Ich bin so viel gelassener. Dadurch, dass das Atmen im Yoga eine große Rolle spielt, ist auch das inzwischen in meinen Alltag übergegangen. Oft muss ich in manchen doofen Situationen einfach nur bewusster atmen und merke schon, dass ich viel ruhiger werde. Mega gut einfach!

Und natürlich gewinnt man einiges an Kraft. Meine kleinen Glückmomente sind immer die, wenn in der Session etwas vorkommt, was ich das letzte Mal nicht mal im Ansatz hinbekommen habe. Und plötzlich geht es, einfach so, ohne dass man es groß geübt hat. Aber dadurch, dass die ganze Zeit jeder Muskel im Körper gestärkt wird, merkt man erst nach und nach, was man auf einmal mehr kann. Bei mir war das zum Beispiel am Anfang die seitliche Armstütze, Side Plank, und nun habe ich plötzlich und einfach so mein kleines, großes Ziel die Krähe geschafft!

Leider war ich während der 30 Days gleich zweimal krank und lag jedes Mal mit einer Erkältung flach. An einem Tag ging es mir einfach zu schlecht, um irgendwas zu machen. An den anderen Tagen habe ich einfach nur das mitgemacht, was ich konnte. Die super anstrengenden Sachen habe ich ausgelassen und dafür etwas gemacht, was ich konnte. Auch das tat einfach so gut, gerade nachdem ich ein paar Tage lang nur im Bett lag. Für mich ein großer Vorteil an Yoga: Im Gegensatz zu anderem Sport kann man es fast immer machen, weil man sich das raussuchen kann, was einem guttut. Das sieht man übrigens auch an den Videos von Yoga with Adriene: Da gibt es zum Beispiel Videos für (oder besser gesagt gegen) Migräne, Erkältungen, Unterleibskrämpfe oder Rückenschmerzen.

Ich bin auf jeden Fall sehr, sehr froh, dass das Yoga dank Adriene und ihrer tollen Videos wieder ein so fester Bestandteil in meinem Leben geworden ist. Schon in meiner Abi-Zeitung hatte eine Mitschülerin vorausgesagt, dass ich mal Meisterin für Yoga (oder Zauberfee) werde. Vielleicht wird das ja doch noch was!

Abi-Zeitung-Leak

 

PS: Das hier soll kein Aufruf im Sinne „Mach Yoga und alles wird besser!“ sein! Wenn ihr plant damit anzufangen, kann ich nur dazu raten, mal in einem Yogakurs „in echt“ reinzuschnuppern, um mit professioneller Hilfe festzustellen, ob ihr auf spezielle Dinge achten müsst – je nachdem, wie euer Körper das so findet.

Und wenn die englischen Kurse keine gute Option sind, da wurde mir nun schon oft Mady Morrison empfohlen. Ich weiß von einigen, die mit ihr sehr zufrieden sind.

 

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