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[All Hallow’s Read] „Geisterfjord“ von Yrsa Sigurðardóttir

9. Oktober 2018

Ich habe an anderen Stellen schon immer mal von der tollen Halloween-Aktion von Tanja Karmann geschwärmt: dem „All Hallow’s Read“. Inspiriert vom Autor Neil Gaiman startet sie auch in diesem Jahr wieder eine Blogtour, bei der schaurig-schöne Gruselbücher vorgestellt werden. Und etwas gewinnen, nämlich Bücher im Gesamtwert von über 500 Euro, könnt ihr außerdem auch noch! Alle Infos dazu findet ihr in ihrem Startbeitrag. Weil ich im letzten Jahr die Blogtour begeistert verfolgt habe, freue ich mich umso mehr, dass ich dieses Mal selbst dabei sein kann. Also kommt hier meine gruselige Lese-Empfehlung:

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Ich musste nur kurz überlegen, welches Buch ich euch zum „All Hallow’s Read“ vorstellen möchte. Als ich so vor meinem Bücherregal stand und darüber nachdachte, welche Bücher ich noch nicht in Halloween-Sammlungen empfohlen habe oder welche noch nicht beim „All Hallow’s Read“ dabei waren, fiel mir schnell dieses eine Buch ein, das ich an einem kalten Wintertag verschlungen hatte und das dafür sorgte, dass ich mich danach abends kaum von der Couch ins Bett traute …

… also geht es jetzt los, ab nach Island! Da spielt nämlich „Geisterfjord“ von Yrsa Sigurðardóttir.

Worum geht es?
Zum einen begleiten wir drei Freunde und ihren kleinen Hund dabei, wie sie auf einer verlassenen Insel in den Westfjorden ein altes Haus renovieren wollen. Das Wetter ist eisig und die Gegend einsam, immer wieder passieren unerklärliche Dinge. Zum anderen lernen wir den Psychologen Freyr und die Polizistin Dagny kennen. Sie ermitteln in einem mysteriösen Fall, bei dem der Kindergarten ihrer kleinen Stadt verwüstet wurde.

Was ist daran gruselig?
Drei Freunde in einem verlassenen, alten Haus (in dem mysteriöse Dinge passieren) auf einer einsamen Insel. Fertig.

Das ist noch nicht gruselig genug (mir ja schon … )? Okay, dann geht es weiter: Die letzten Bewohner haben die Insel, auf der sich die drei, Katrin und Gardar und Lif, befinden, bereits vor circa 60 Jahren verlassen. Schnell kommt dort weder jemand hin, noch kommen sie schnell dort weg – denn sie werden frühestens in einer Woche wieder mit dem Boot abgeholt und das auch nur, wenn das Wetter nicht schlechter wird. Dennoch merken sie kurz nach ihrer Ankunft, dass sie nicht alleine auf der Insel sind. Spätestens als sie in ihrem Haus das aus Muscheln gebildete Wort „Tschüs“ finden, wird ihnen so richtig mulmig. Es passieren unerklärliche Dinge, sie hören mysteriöse Geräusche und Stimmen und schließlich sehen sie immer wieder einen kleinen Jungen auf dieser Insel, auf der sie doch eigentlich alleine sind …

„Das Einzige, wovor wir Angst haben müssen, ist Muskelkater.“ „Wenn Sie meinen.“ Der Kapitän erklärte nicht, was er damit meinte, und hob eine Kiste auf den Steg. „Hoffentlich sind Ihre Handys aufgeladen. Wenn Sie auf den Hügel da steigen, haben Sie Empfang. Hier unten brauchen Sie es gar nicht probieren.“ […] „Rufen Sie mich an, wenn Sie Probleme haben. Bei gutem Wetter bin ich in weniger als zwei Stunden hier.“ „Das ist sehr nett“, sagte Gardar und legte Katrin den Arm um die Schulter. „Aber wir sind nicht ganz so unfähig, wie wir aussehen. Ich glaube nicht, dass das nötig ist.“ „Das hat nichts mit Ihnen zu tun. Über das Haus kursieren Geschichten …“

 

Zur selben Zeit erfahren wir mit Freyr und Dagny mehr über die Verwüstung des Kindergartens: nämlich dass es vor 60 Jahren schon einmal so einen Fall gab. Damals wurden auf einem Foto der ehemaligen Klasse vom Täter einige Kindergesichter unkenntlich gemacht – einige von ihnen sind in den letzten Jahren verstorben, eine Frau hat sich jüngst in einer Kirche erhängt und hinterließ einen mysteriösen Abschiedsbrief. Außerdem sind da noch die ungeklärten Fälle von verschwundenen Jungen – sowohl von vor 60 Jahren als auch in der Gegenwart.

Schließlich werden beide Geschichten auf dem einsamen Fjord zusammengeführt und es kommt zu einigen großen Aha!-Momenten.

Warum ist es eine super Halloween-Lektüre?
Ebenso wie die Kälte fühlt man, wie auch das langsam drohende Unheil auf die Protagonisten zukriecht. Die Atmosphäre ist richtig schön gruselig und beschert beim Lesen eine Gänsehaut nach der nächsten, dabei hangelt man sich von Cliffhanger zu Cliffhanger. Ständig passieren Dinge, die eigentlich nicht passieren können. Gibt es wirklich Geister auf der Insel? Wollen sie den drei „Eindringlingen“ etwas Böses? Und was hat es mit den verschwundenen Jungen auf sich? Wie hängt alles mit den Ermittlungen rund um den Einbruch in dem Kindergarten zusammen?

Natürlich treffen wir auf einige Grusel-Klassiker: Der Einheimische, der sie zur Insel bringt spricht Warnung nach Warnung aus, doch sie ignorieren jede. Und dann ist da eben die Situation, dass sie auf dieser Insel festsitzen und dort nicht wegkommen, weil es nur dieses eine Boot gibt, was bei schlechtem Wetter nicht fährt und überhaupt erst einmal zwei Stunden bräuchte, um bei ihnen anzukommen.

Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, hatte ich mich kaum getraut durch meine Wohnung zu laufen, weil ich Angst hatte, ebenfalls überall Gespenster zu sehen. Jedes Knacken irgendwo ließ mich aufschrecken. Und normalerweise bin ich da nicht so empfindlich … An der Geschichte selbst kann man durchaus das eine oder andere aussetzen. Aber durch die wirklich schönen Gruselmomente konnte ich der Autorin so manche Schwäche in der Geschichte und offene Frage zum Schluss verzeihen.

Daher ist „Geisterfjord“ meine Empfehlung für alle, die einen stimmungsvollen Pageturner mit ordentlich Grusel suchen.

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Weiter mit dem All Hallow’s Read

Wenn ihr beim Gewinnspiel mitmachen wollt, notiert euch den Buchstaben, den ihr hier entdecken konntet. Als nächstes geht es morgen weiter bei Der Panda liest. Wohin mit dem Lösungswort und bis wann ihr teilnehmen könnt, erfahrt ihr natürlich ebenfalls hier im Startbeitrag zur Aktion.

Viel Spaß bei der Blogtour und viel Erfolg beim Erraten des Lösungswortes!

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Welche Bücher empfehlt ihr zum Gruseln? Gibt es Halloween-Bücher, die ihr in jedem Jahr wieder zur Hand nehmt? Ich freue mich über eure Empfehlungen!

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