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[Bücher] Inepu. Die Herren des Schakals von Roxane Bicker

9. März 2020

Auf dem Hamburger Literaturcamp 2019 hatte ich die Gelegenheit, eine Session der Ägyptologin Roxane Bicker zu besuchen. Es ging es um den Totenkult im alten Ägypten und ich war sofort ganz Ohr. Roxane arbeitet als Museumspädagogin im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München und ich bin immer direkt „mitbegeistert“, wenn Menschen für ein Thema brennen und das auch vermitteln können – und so war es bei der Ägypten-Session von ihr. Als ich hörte, dass sie an einem Krimi arbeitet, in dem es ebenfalls um das Thema Ägypten gehen wird, kam der dann natürlich ohne große Überlegung auf meine Merkliste. Umso mehr freue ich mich, dass ich von Roxane ein Rezensionsexemplar von „Inepu. Die Herren des Schakals“ bekommen habe und so gemeinsam mit dem #TeamInepu direkt zur Veröffentlichung loslesen konnte.

Darum geht es:

München im Jahr 1889: Ein ermordeter Kurator in der Glyptothek, eine verschwundene Totengott-Maske und zwei private Ermittlerinnen, Rosa und Daisy, die den Fall möglichst diskret aufklären sollen. Außerdem kündigt der Klappentext an: „Ein mystischer Detektiv-Krimi im München des 19. Jahrhunderts.“ Okay, das 19. Jahrhundert ist ja eh meine Zeit, ich mag Detektiv-Geschichten und wenn es auch noch einen Hauch mystisch zugeht, dann bin ich dabei. Die Erwartungen waren also hoch.

Hat es mir gefallen?

Um gleich mal mit der Tür in die Pyramide zu fallen: „Inepu“ ist für mich ein richtiger Wohlfühlkrimi im positivsten Sinne. Ich hätte gerne manches Mal dabei gesessen, wenn bei einer Tasse Tee die neuesten Entwicklungen im Fall besprochen wurden. Auch das München des späten 19. Jahrhunderts war der perfekte Schauplatz – die Atmosphäre wird so lebendig beschrieben. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass die fiktive Geschichte im echten alten München spielt und man beim Lesen einige bekannte Orte entdeckt. Auch der Schreibstil passte ganz hervorragend zur der Zeit, das aber ohne aufgesetzt zu wirken.

Schnell wird nicht nur deutlich, dass sich der Mord nur mithilfe von Ägypten-Expertenwissen aufklären lässt, sondern auch, dass die Autorin – als Ägyptologin – bei diesem Thema weiß wovon sie schreibt. Ich fand es übrigens ziemlich genial, dass den Detektivinnen ein Ägyptologe zur Seite steht, der ihnen beim Lösen des Falls die Hintergründe und Zusammenhänge der ägyptischen Kultur erklärt. Teilweise ist er so in seinem Element, dass er von den anderen ausgebremst werden muss. So lernt man beim Lesen einiges übers alte Ägypten, ganz nebenbei.

Überhaupt waren die Charaktere für mich das Highlight. Im Laufe der Geschichte stellt sich ein kleines Ermittlerteam rund um Daisy und Rosa zusammen, und jede und jeder einzelne ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ich hoffe so sehr auf eine Fortsetzung! (#TeamDoktorGattenbrink)

Für mich hätte der Kriminalfall gerne noch komplexer sein können (okay zugegeben, vielleicht war ich am Schluss auch einfach traurig, weil es so schnell vorbei war), dafür hätte ich dann auch auf die romantischen Entwicklungen verzichtet. Aber das ist absolute Geschmackssache. Nichtsdestotrotz war die Geschichte ein echter Pageturner für mich und ich verlasse das München des Jahres 1889 und die liebgewonnenen Protagonistinnen nur ungern.

#bücherhamstern

Gerade wer für die Aktion #Bücherhamstern, womit die kleinen Verlage nach dem Ausfall der Leipziger Buchmesse unterstützt werden sollen, noch nach passenden Büchern sucht: Dies ist meine Empfehlung! Erschienen ist „Inepu“ von Roxane Bicker im Hybrid Verlag und ist als Taschenbuch, Hardcover und E-Book erhältlich.

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