Tagebuch

Zukunftsvision

5. Mai 2006

Habe heute eine Hausaufgabe wieder gefunden, die ich kurz vor dem Abitur für den Werte und Normen-Unterricht geschrieben habe. Thema: “Du erwachst im Jahr 2055”:

Ich erwachte und stellte zu meiner Verwunderung fest, dass man schon das Jahr 2055 schrieb und ich befand mich in einem kleinen, gemütlichen Häuschen mitten im Nirgendwo. Aus der Stadt bin ich schon vor einigen Jahren hergezogen, weil ich es dort einfach nicht mehr ausgehalten habe. Ich kam mir einfach zu eingeengt vor und außerdem können hier meine 101 Katzen den ganzen Tag draußen herumspazieren, ohne dass ich mir Sorgen machen muss.

Und ganz so weit ist es ja bis in die nächste Stadt auch nicht, zwar habe ich kein Auto, weil mir diese modernen Dinger einfach zu verrückt geworden sind, die ganze Elektronik dadrin, die alle 5 km ausfällt. Dafür gucken die Leute schon immer, wenn ich mit meinen 70 Jahren noch mit dem Motorrad angebrettert komme. Das einzige Problem ist nur die Benzin Versorgung: den Sprit gibt es wieder – wie zu Zeiten von Bertha Benz – in der Apotheke, es gibt nämlich keine Tankstellen mehr. Stattdessen werden nur noch Brennstäbe verkauft, da diese verrückten, modernen Autos heutzutage nur noch mit kleinen Uran-Stäben betrieben werden.

Wie die Zeiten sich ändern.

Später kommen noch Freunde vorbei. Die jungen Leute sind noch nicht mal 40 und wollen unbedingt auf meinem uralten 2D Fernseher “Zurück in die Zukunft” sehen. Die können sich gar nicht vorstellen, dass es vor dem 3DG- dem 3D-Geruchs-Fernseher- noch andere gab und dass wir damals damit vollstens zurfrieden waren. Wie sie erst lachen werden, wenn sie sehen, dass ich den Film auf einer VHS-Kassette habe …

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